Flohbefall


Bei Hund und Katze kann ein Flohbefall in jeder Jahreszeit zu einem großen Problem werden, daß nichts mit mangelnder Hygiene oder vernachlässigter Pflege zu tun hat.

Flöhe sind überwiegend wirtspezifisch, daher ist der Tierfloh kein dauerhafter Ektoparasit beim Mensch.
Flöhe sind ein wichtiger Vektor der Bandwurmübertragung beim Haustier und damit besteht beim Flohbefall auch immer (!) eine indirekte Gefährdung des Menschen.

Erkennen kann man einen Flohbefall am ehesten durch intensives Durchmustern des Tierfelles "gegen den Strich", insbesondere im Kruppen- und Schwanzwurzelbereich. Dort und auch im dünn behaarten Bereich des Unterbauches und der Innenschenkel trifft man am ehesten auf die verschieden großen Flöhe (kleine, zumeist auf der Haut laufende oder sich "seitlich in die (Haar)büsche schlagende" braune oder braun-schwarze Tierchen).

Häufig findet man auch (nur) die "Hinterlassenschaften" der Flöhe in Form von kleinen, schwarzen, manchmal gekringelten Flohkotkrümeln. Um zu unterscheiden, ob es sich dabei nur um Staub- und Schmutzteilchen handelt, oder ob es wirklich Flohkot ist, empfiehlt es sich, die verdächtigen Krümelchen auf ein angefeuchtetes Papiertuch zu übertragen.

Färben sich die Krümel dort rot oder rotbraun, so handelt es sich um Flohkot (Nachweis des Blutfarbstoffes im Flohkot). Bei Katzen kann man auch den "Rubbeltest" über einer weißen Fläche durchführen. Fallen die besagten, sich bei Feuchtigkeit rotbraun färbenden Krümel nach intensivem Durchrubbeln des Tierfelles herunter, ist dieser Flohtest positiv. So läßt sich auch frühzeitig ein minimaler Flohbefall feststellen oder der Erfolg der Flohbehandlung kontrollieren.

Wichtig zu wissen und ausschlaggebend für eine erfolgreiche Bekämpfung ist, daß sich am Tier nur etwa 1% der insgesamt vorhandenen Flöhe befinden, 99% der gesamten Flohpopulation sitzt in der Umgebung des Tieres (z.B. Schlaf- und Liegeplätze, Teppichboden, Sesselritzen) in Form von Floheiern, Flohlarven, Flohpuppen und erwachsenen Flöhen.

Ein Flohweibchen legt jeden 2 - 3 Tag gleichzeitig während des Saugaktes ca. 20 - 30 Eier in das Katzenfell ab. Die Floheier fallen dann aus dem Fell herab und werden so im Wohnbereich des Tieres verbreitet. Bei einer durchschnittlichen Bodentemperatur von 18 Grad dauert die Entwicklung vom Flohei zum Jungfloh ca 4 - 6 Wochen. Das bedeutet, daß alle 4 - 6 Wochen eine neue, zusätzliche Flohpopulation vorhanden ist.

Daher muß eine erfolgreiche Flohbekämpfung am Tier und in seiner Umgebung erfolgen !!

Eine recht weitverbreitete üble Nebenwirkung des Flohbefalls bei der Katze ist die sogenannte "Flohspeichelallergie". Nur wenige Mikrotropfen des überaus allergen wirksamen Flohspeichels können bei empfindlichen Patienten zu einer heftigen allergischen Reaktion der Haut führen. Der starke Juckreiz mit bakteriell superinfizierten Hautverletzungen führt zu einer massiven Erkrankung der Haut mit eitrigen Ekzemen und großflächigem Haarausfall, insbesondere am Rumpf und Kruppe des Tieres.

 

Wie werde ich wieder flohfrei? 

Dazu ein wichtiger Tipp: die Floh- (und Zeckenpräparate) aus dem freien Zoohandel helfen durchweg nur Zweien - dem Hersteller und dem Zoohändler, die beide an Ihrer Gutgläubigkeit verdienen (was soll eine Mischung von Teebaumöl (ACHTUNG: kann giftig für Katzen sein!), Neem-Öl, Knoblauchextrakt oder sonstiger "biologischer" Essenzen bewirken) - sie wirken nicht oder nur kaum gegen die Parasiten! Sie lassen sich aber bestens unter dem Oberbegriff "Bio" verkaufen. Alle gegen Parasiten nachweislich wirksame Präparate sind zumindest apothekenpflichtig, meist aber rezeptpflichtig und sind oft nur in der tierärztlichen Hausapotheke erhältlich.

Am Tier:

  • regelmäßiges monatliches Auftropfen von wirklich wirksamen Flohpräparaten (Spot-on-Verfahren) über das ganze Jahr (Flöhe gibt es das ganze Jahr)
    • Das Mittel der Wahl. Es sind kleine Ampullen von wenigen Millilitern Volumen, deren Inhalt im Hals-Nackenbereich (um so das Ablecken durch die Tiere zu verhindern) auf die Haut (!) aufgetragen wird. Sie bewirken, dass die sich auf dem Tier sich befindlichen Flöhe (Zecken) binnen kürzester Zeit abgetötet werden. Zumeist besteht auch noch ein guter abschreckender "Repellenz-Effekt", das heist, dem Neubefall wird durch einen Flöhe abschreckenden Geruch der Haut vorgebeugt.
  • eine moderne Variante ist die monatlich oder auch nur vierteljährliche Eingabe eines Antiparasitikums in Tablettenform. Die im Körper, bzw. in der Blutbahn kreisenden Wirkstoffe töten Flöhe und z. T auch Zecken bei deren Blutaufnahme ab. Sicherlich eine bequeme Variante.

ABER es fehlt der abschreckende "Repellenz-Effekt (der Floh muss erst durch seinen Stich eine Blutmahlzeit aufnehmen, um daran zu sterben) und auch die Nebenwirkungen des Präparates können nicht ganz unbeträchtlich sein (was drin ist - ist drin - und kann nicht so leicht als Wirkstoff wieder aus dem Körper eliminiert werden).

  • wöchentliches Waschen oder Baden mit Ektoparasitenmitteln (Shampoos)
  • als akute Behandlungsstrategie sinnvoll

ABER Katzen lieben das Baden nicht und machen dabei meistens erhebliche Schwierigkeiten. Als Vorbeuge vor erneutem Flohbefall ist es zudem wenig sinnvoll und das häufige Shampoonieren kann wiederum bei hautsensiblen Tieren Hautirritationen hervorrufen, da die natürliche Schutzbarriere der Haut immer wieder mit entfernt wird.

  • Einpudern mit z.B. diversen "Flohpudern"
  • als akuter Therapieansatz mehr oder weniger sinnvoll.

ABER als Verbeuge absolut unbefriedigend.

  • Anlegen und ständiges Tragen von Floh(-zecken)schutzhalsbändern
  • recht gut wirksam, oft eine gute Repellenz-Wirkung

ABER bei Freigängern besteht die Gefahr, dass sie mit dem Halsband irgendwo hängen bleiben oder das Flohhalsband andauernd irgendwo im Streifgebiet der Katze verloren geht.

In der Umgebung:

  • mechanisches Entfernen durch tägliches intensives Staubsaugen (am besten "streifchenweise" mit der Fugendüse), insbesondere der Ruheplätze und Hauptaufenthaltsbereiche des Tieres. Wischen und Aussprühen mit Desinfektionsmitteln bringt es nicht wirklich - sie erreichen damit höchsten "keimfreie" Floheier.
  • Wischen oder Besprühen der Ruhe- und Schlafplätze des Tieres mit Ektoparasitenmitteln - Sie verpesten damit aber auch Ihre (Wohn)Umwelt.
  • Einschränkung des Bewegungsspielraumes des flohbefallenen Tieres zur Vermeidung des weiteren Verbreitens der Flohpopulation in gesamten Wohnbereich.

"Vergifte ich mit diesen Präparaten nicht auch meine Katze?"

Eine immer wiederkehrende Frage ist die Frage nach der Verträglichkeit all dieser Präparate.

  • um Parasiten wirklich zu töten oder Abzuschrecken muss ein "Gift" eingesetzt werden!!!
  • Dieses "Gift" ist tödlich für Insekten (z.B. Floh oder Zecke), der Wirkstoff blockiert wichtige Enzyme im Stoffwechsel des Insekt und führt damit zu dessen Tode. Der gleiche Wirkstoff hat aber im Stoffwechsel des Säugetieres (z.B. Hund / Katze) keine oder nur eine äußerst geringe Wirkung, schädigt also nicht oder nur bei sehr überempfindlichen Tieren in einem sehr gering Maße.
  • wenn wir Nebenwirkungen beobachten, dann am ehestens leichte Hautirritationen auf Grund des Lösungsmittels in dem eingesetzten Präparat.

Tierflöhe, insbesondere Hunde- und Katzenflöhe können auch zeitweise den Menschen befallen und dort dann ebenfalls Anlaß zu verschiedenen Hauterkrankungen sein (Allergien auf den Flohspeichel).

Flöhe können Krankheitsursache sein für:

  • Flohspeichelallergie (Hautrötung, -schwellung, starker Juckreiz, eitriger Hautausschlag, Haarausfall)
  • sekundäre bakterielle Hautkrankheiten durch Kratzschäden an der Haut
  • Bandwurmbefall (Flöhe sind Zwischenwirte und damit Überträger des Hunde- / Katzenbandwurms). Wenn bei einem Tier ein Flohbefall festgestellt wird, sollte neben der Flohbekämpfung parallel auch eine Behandlung gegen Bandwürmer erfolgen.
  • Virusinfektionen durch den Flohspeichel