Flohbefall


Bei Hund und Katze kann ein Flohbefall in jeder Jahreszeit zu einem großen Problem werden. Das hat nichts mit mangelnder Hygiene oder vernachlässigter Pflege zu tun! Sie gehen mit Ihrem Hund spazieren, er hat Kontakte mit anderen Hunden (und einer davon hat unbekannterweise Flöhe) - und schon ist es passiert - Ihr Liebling bringt die Flöhe unerkannt mit nach Hause - ein paar Tage später fällt es auf, dass er sich vermehrt kratzt - Verdachtsdiagnose FLÖHE und schon geht der Ärger los.

Flöhe sind überwiegend wirtspezifisch, daher ist der Tierfloh kein dauerhafter Ektoparasit beim Mensch.
Flöhe sind aber ein wichtiger Vektor bei der Bandwurmübertragung beim Haustier und damit besteht bei einem Flohbefall des Haustieres auch immer (!!!) eine indirekte Gefährdung des Menschen.

Erkennen kann man einen Flohbefall am ehesten beim intensivem Durchmustern des Tierfelles "gegen den Strich", insbesondere im Kruppen- und Schwanzwurzelbereich. Dort und auch in dem dünn behaarten Bereich des Unterbauches und der Innenschenkel trifft man am ehesten auf die verschieden großen Flöhe (kleine, zumeist auf der Haut laufende oder sich "seitlich in die (Haar)büsche schlagende" braune oder braun-schwarze Tierchen). Häufig findet man auch (nur) die "Hinterlassenschaften" der Flöhe in Form von kleinen, schwarzen, manchmal gekringelten Flohkotkrümeln. Um zu unterscheiden, ob es sich dabei nur um Staub- und Schmutzteilchen handelt, oder ob es wirklich Flohkot ist, empfiehlt es sich, die verdächtigen Krümelchen auf ein angefeuchtetes Papiertuch zu übertragen.

Färben sich die Krümel dort rot oder rotbraun, so handelt es sich um Flohkot (Flöhe saugen Blut - Nachweis des roten Blutfarbstoffes im Flohkot).

Bei kleinen Hunden oder bei Katzen kann man auch den "Rubbeltest" über einer weißen Fläche durchführen. Fallen die besagten, sich bei Feuchtigkeit rotbraun färbenden Krümel nach intensivem Durchrubbeln des Tierfelles herunter, ist der Test positiv. So läßt sich auch frühzeitig ein minimaler Flohbefall feststellen oder der Erfolg der Flohbehandlung kontrollieren.

Wichtig zu wissen und ausschlaggebend für eine erfolgreiche Bekämpfung ist, daß sich am Tier nur etwa 1% der insgesamt vorhandenen Flöhe befinden, 99% der gesamten Flohpopulation sitzt in der Umgebung des Tieres (z.B. Schlaf- und Liegeplätze, Hundekörbchen, Teppichboden, Sesselritzen) in Form von Floheiern, Flohlarven, Flohpuppen und erwachsenen Flöhen.

Eine Besonderheit in der Tierwelt ist, dass etwa 70% der Flöhe weiblich sind und so ein Flohweibchen legt jeden 2 - 3 Tag gleichzeitig während des Saugaktes ca. 20 - 30 Eier in das Hundefell ab. Die sehr glatten, mikroskopisch kleinen und überaus harten Floheier fallen dann aus dem Fell heraus und werden so im Wohnbereich des Tieres verbreitet und verschwinden schnell in den Tiefen der Teppiche.

Bei einer durchschnittlichen Bodentemperatur von 18 Grad dauert die Entwicklung vom Flohei zum Jungfloh ca 4 - 6 Wochen. Das bedeutet, daß alle 4 - 6 Wochen eine neue, zusätzliche vermehrungsfähige Flohpopulation vorhanden ist.

Eine recht weitverbreitete üble Nebenwirkung des Flohbefalls beim Hund ist die sogenannte "Flohspeichelallergie". Nur wenige Mikrotropfen des überaus allergen wirksamen Flohspeichels können bei empfindlichen Patienten zu einer heftigen allergischen Reaktion der Haut führen. Der starke Juckreiz mit bakteriell superinfizierten Hautverletzungen führt zu einer massiven Erkrankung der Haut mit eitrigen Ekzemen und großflächigem Haarausfall, insbesondere am Rumpf und Kruppe des Tieres.

Flohbekämpfung

Dazu ein wichtiger Tipp: die Floh- (und Zeckenpräparate) aus dem freien Zoohandel helfen durchweg nur Zweien - dem Hersteller und dem Zoohändler, die beide an Ihrer Gutgläubigkeit verdienen (was soll eine Mischung von Teebaumöl (ACHTUNG: kann giftig für Katzen sein!), Neem-Öl, Knoblauchextrakt oder sonstiger "biologischer" Essenzen bewirken) - sie wirken nicht oder nur kaum gegen die Parasiten! Sie lassen sich aber bestens unter dem Oberbegriff "Bio" verkaufen. Alle gegen Parasiten nachweislich wirksame Präparate sind zumindest apothekenpflichtig, meist aber rezeptpflichtig und sind oft nur in der tierärztlichen Hausapotheke erhältlich.

Am Tier:

  • regelmäßiges monatliches Auftropfen von wirklich wirksamen Flohpräparaten (Spot-on-Verfahren) über das ganze Jahr (Flöhe gibt es das ganze Jahr)
    • Das Mittel der Wahl. Es sind kleine Ampullen von wenigen Millilitern Volumen, deren Inhalt im Hals-Nackenbereich (um so das Ablecken durch die Tiere zu verhindern) auf die Haut (!) aufgetragen wird. Sie bewirken, dass die sich auf dem Tier sich befindlichen Flöhe (Zecken) binnen kürzester Zeit abgetötet werden. Zumeist besteht auch noch ein guter abschreckender "Repellenz-Effekt", das heist, dem Neubefall wird durch einen Flöhe abschreckenden Geruch der Haut vorgebeugt.
  • eine moderne Variante ist die monatlich oder auch nur vierteljährliche Eingabe eines Antiparasitikums in Tablettenform. Die im Körper, bzw. in der Blutbahn kreisenden Wirkstoffe töten Flöhe und z. T auch Zecken bei deren Blutaufnahme ab. Sicherlich eine bequeme Variante.

ABER es fehlt der abschreckende "Repellenz-Effekt (der Floh muss erst durch seinen Stich eine Blutmahlzeit aufnehmen, um daran zu sterben) und auch die Nebenwirkungen des Präparates können nicht ganz unbeträchtlich sein (was drin ist - ist drin - und kann nicht so leicht als Wirkstoff wieder aus dem Körper eliminiert werden).

  • wöchentliches Waschen oder Baden mit Ektoparasitenmitteln (Shampoos)
  • als akute Behandlungsstrategie sinnvoll

ABER als Vorbeuge vor erneutem Flohbefall weniger sinnvoll und das häufige Shampoonieren kann wiederum bei hautsensiblen Tieren Hautirritationen hervorrufen, da die natürliche Schutzbarriere der Haut immer wieder mit entfernt wird.

  • Einpudern mit z.B. diversen "Flohpudern"
  • als akuter Therapieansatz mehr oder weniger sinnvoll.

ABER als Verbeuge absolut unbefriedigend.

  • Anlegen und ständiges Tragen von Floh(-zecken)schutzhalsbändern
  • recht gut wirksam, oft eine gute Repellenz-Wirkung (besonders in südeuropäischen Urlaubsgebieten gegen die Schmetterlingsfliege als Überträger der Leishmaniose).

ABER bei wasserfreudigen Hunden nachteilig, da sie Wirkstoffe schnell ausgewaschen werden können.

"Vergifte ich mit diesen Präparaten nicht auch meinen Hund?"

Eine immer wiederkehrende Frage ist die Frage nach der Verträglichkeit all dieser Präparate.

  • um Parasiten wirklich zu töten oder Abzuschrecken muss ein "Gift" eingesetzt werden!!!
  • Dieses "Gift" ist tödlich für Insekten (z.B. Floh oder Zecke), der Wirkstoff blockiert wichtige Enzyme im Stoffwechsel des Insekt und führt damit zu dessen Tode. Der gleiche Wirkstoff hat aber im Stoffwechsel des Säugetieres (z.B. Hund / Katze) keine oder nur eine äußerst geringe Wirkung, schädigt also nicht oder nur bei sehr überempfindlichen Tieren in einem sehr gering Maße.
  • wenn wir Nebenwirkungen beobachten, dann am ehestens leichte Hautirritationen auf Grund des Lösungsmittels in dem eingesetzten Präparat.

Wie werde ich wieder flohfrei?

Effektive Flohbekämpfung / Flohelimination

In der Umgebung:

  • mechanisches Entfernen durch tägliches intensives Staubsaugen (am besten "streifchenweise" mit der Fugendüse), insbesondere der Ruheplätze und Hauptaufenthaltsbereiche des Tieres. Wischen und Aussprühen mit Desinfektionsmitteln bringt es nicht wirklich - sie erreichen damit höchsten "keimfreie" Floheier.
  • Wischen oder Besprühen der Ruhe- und Schlafplätze des Tieres mit Ektoparasitenmitteln - Sie verpesten damit aber auch Ihre (Wohn)Umwelt.
  • Einschränkung des Bewegungsspielraumes des flohbefallenen Tieres zur Vermeidung des weiteren Verbreitens der Flohpopulation in gesamten Wohnbereich.

Tierflöhe, insbesondere Hunde- und Katzenflöhe können auch zeitweise den Menschen befallen und dort dann ebenfalls Anlaß zu verschiedenen Hauterkrankungen sein (Allergien auf den Flohspeichel).

Flöhe können Krankheitsursache sein für:

  • Flohspeichelallergie (Hautrötung, -schwellung, starker Juckreiz, eitriger Hautausschlag, Haarausfall)
  • sekundäre bakterielle Hautkrankheiten durch Kratzschäden an der Haut
  • Bandwurmbefall (Flöhe sind Zwischenwirte und damit Überträger des Hunde- / Katzenbandwurms). Wenn bei einem Tier ein Flohbefall festgestellt wird, sollte neben der Flohbekämpfung parallel auch eine Behandlung gegen Bandwürmer erfolgen.
  • Virusinfektionen durch den Flohspeichel