Leishmaniose


Der Erreger der Leishmaniose (Leishmania infantum, L. tropica) wird durch den Stich der kleinen blutsaugenden Schmetterlings- oder Sandmücke verbreitet und übertragen. Daher ist diese Krankheit auch an das Vorkommen dieser Mückenart gebunden.

Sandmücken sind in tropischen bis subtropischen Gebieten weit verbreitet (gesamtes Mittelmeergebiet). Aber auch in Süddeutschland entlang des Rheingrabens und in der Südschweiz wurden Sandmücken nachgewiesen, die als mögliche Überträger angesehen werden.

Die Mücken sind schlechte Flieger und bevorzugen daher windstille Stunden. Ihre Hauptaktivität ist daher abends und nachts.
Hunde, die mit Ihren Besitzern in betroffene Gebiete verreisen, sollten in der Zeit zwischen 1 Std. vor Dämmerung und 1 Std. nach Sonnenaufgang im Haus gehalten werden, um die Hauptflugzeit der Mücken zu vermeiden.
Zur Eiablage und zur Entwicklung der Larven werden schattige und feuchte Stellen bevorzugt, z.B. Mauerspalten und Baumhöhlen.

Die Parasiten befallen das Knochenmark, die Leber und die Milz und führen so zu relativ uncharakteristischen Krankheitssymptomen: Gewichtsverlust, Abmagerung, spezielle Hautveränderungen. Unbehandelt endet die Erkrankung häufig tödlich.

Kurze Zusammenfassung der Verbreitung von Sandmücken:
Belgien:
keine Nachweise
Deutschland: Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz
England: Kanalinseln ?!
Frankreich: Die canine Leishmaniose ist in Frankreich in einem Bereich verbreitet, welches ein Dreieck formt. Die Spitze dieses Dreieckes sind die Départements Ardèche und Drôme im Norden. Die Mittelmeerküste von der spanischen bis zur italienischen Grenze bildet dann die Basis des Dreieckes. In der Languedoc-Region in einer Höhenlage von 200 - 800 m. ü. NN (Vegetationstyp Eiche) liegt die Durchseuchungsrate der Hunde bei 6 - 10%. In der Region Provence - Côte d'Azur ist ein sehr hoher Prozentsatz der Hunde im Stadtrandbereich mit caniner Leishmaniose infiziert (41% der Hunde in der Region Dracan). Derzeit schreitet die Canine Leishmaniose in Frankreich in immer mehr Regionen ein, ausdenen sie bislang nicht bekannt war. So z.B. im Bereich um Montpellier, wo vor ca. 20 Jahren canine Leishmaniose noch unbekannt war. In der Region um Marseille wurden 1976 240 Fälle Caniner Leishmaniose registriert. 1986 waren es 2.278. Im Département Alpes-Maritimes werden wöchentlich ein bis fünf neue Fälle einer Caninen Leishmaniose diagnostiziert.
Luxemburg: keine Nachweise
Österreich: Es ist keinesfalls auszuschließen, daß auch in Österreich Sandmücken vorkommen. Obwohl bisher noch nie über den Fang einer Sandmücke in Österreich berichtet wurde, so sind doch autochtone (also in Österreich entstandene) humane Fälle von Kala-azar bekannt geworden.
Schweiz: Kantone Waadt und Tessin.
Spanien: insbesondere Andalusien
Italien: Zentral- und Süditalien, besonders Sizilien
Griechenland: Zentral- und Südgriechenland