Rundwurmbefall


Parasit Spulwurm und Hakenwurm

Magen- und Darmwürmer sind Parasiten, die in einem Wirtstier und auf dessen Kosten leben. Sie schädigen es durch Verletzungen, Nährstoff- und Blutentzug sowie durch Stoffwechselgifte. Je nach Befallstärke und Wurmart einerseits, Alter, Gesundheitszustand und Widerstandskraft des Wirtes andererseits, können verringerter Impfschutz, Entwicklungsstörungen, Krankheiten und Todesfälle die Folge sein.

Spul- und Hakenwürmer sind die häufigsten und bedeutendster Parasiten bei Hunden. Die Ansteckung der Welpen erfolgt durch infektionsfähige Larven entweder in der Endphase der Trächtigkeit noch vor der Geburt im Mutterleib (Spulwurmlarven) oder nach der Geburt mit der Muttermilch (Haken- und Spulwurmlarven).
Da während der Säugeperiode von den Welpen täglich weitere Larven mit der Milch der Hündin aufgenommen werden, müssen regelmäßige, wöchentliche Entwurmungen der Welpen bis 2-3 Wochen nach dem Absetzen vorgenommen werden. Sollten danach noch vermehrt Ansteckungsmöglichkeiten bestehen, sind für die Zeit des erhöhten Infektionsrisikos die Entwurmungen in 14-tägigen Abständen fortzusetzen.

Gefahr für den Mensch!

Nicht nur Hunde sind durch Rundwurmbefall des Hundes gefährdet, sondern auch der Mensch. Vom Hund ausgeschiedene ansteckungsfähige Larven können für den Menschen, insbesondere bei Kindern, die in engem Kontakt mit Hunden leben, Ungewollt aufgenommen können sie so  zu einer gesundheitlichen Gefährdung führen. Die wandernden Larven sterben aber im "Fehlwirt Mensch" ab, können aber dadurch zu Folgeschäden führen (z. B- Narbenbildung in problematischen Bereichen von  wichtigen Organen.).

Wenn es beim Menschen zu einem erkennbaren Wurmbefall kommt, dann ist es in 99% der Fälle ein menschlicher Spul- oder Hakenwurm. Der Spul- und Hakenwurm ist "wirtsspezifisch", d.h. nur in einer bestimmten Art von Säugetierart bis zum vermehrungsfähigen Erwachsenenstadium entwicklungsfähig. Ganz selten ist das Säugetier "Mensch" auch Endstadium dieses Entwicklungszyklusses. Die Parasitenlarven vermögen zwar im "Fehlwirt Mensch" ihren Entwicklungszyklus nicht abzuschließen, die Wanderung  durch den menschlichen Körper (Haut, Muskulatur, innere Organe) führt aber durch massenhafte Abkapselung der absterbenden Wanderlarven (Larva migrans) zur Schädigung des Organismus. Das klinische Bild der Toxokarose des Menschen ist daher sehr uneinheitlich, eine Diagnose ist nur schwer zu stellen. Fieber, Husten, Keuchen, Bauchschmerzen, Entwicklungsstörungen, Hautprobleme  und Sehstörungen können Anzeichen einer Toxocarose sein.

 

Würmer beim Hund

Ebenfalls von Bedeutung sind Infektionen des Hundes durch Auflecken von Spulwurmeiern oder Hakenwurmlarven aus der Umwelt bzw. aktives Einbohren von Hakenwurmlarven durch die gesunde Haut. Aus den Spulwurmeiern schlüpfen im Darm dann Larven, die sich durch die Darmwand hindurchbohren und während der Wanderung durch den Tierkörper ihre Entwicklung zu geschlechtsreifen Würmern fortsetzen. Aufgeleckte Hakenwurmlarven entwickeln sich nach ihre Ansiedlung im Darm direkt zu geschlechtsreifen Würmern. Ein kleinerer Teil dieser Larven bohrt sich jedoch auch durch die Mundschleimhaut ein und beginnt so eine Körperwanderung, wodurch Organverletzungen und Gewebeschäden verursacht werden.

Während die im Körper von erwachsenen Hunden wandernde Larven schließlich abgekapselt werden, gelangen die über die Haut in Welpen und Junghunde eingedrungenen Larven zum Abschluss ihrer Wanderung über die Lungen, die Luftröhre und Speiseröhre, in den Magen-Darm-Trakt des Wirtstieres zurück.
In der Wanderphase befindliche Larven können durch eine Kotuntersuchung, die immer nur auf dem Nachweis von Wurmeiern beruht, selbstverständlich nicht nachgewiesen werden, da wandernde Wurmlarven noch nicht geschlechtsreif sind und daher auch noch keine Eier legen können.

Im Darm angelangte Larven wachsen jedoch in kurzer Zeit zur Geschlechtsreife heran, und die Weibchen beginnen mit der Eiablage. Hakenwurmweibchen können bis zu 20.000 Eier, Spulwurmweibchen sogar bis zu 200.000 Eier pro Tag legen, die mit dem Kot ins Freie gelangen. Diese riesige Zahl von Spulwurmeiern ist dort in der Umwelt bis zu 2 Jahre lebensfähig. Auch Hakenwurmlarven können ohne Wirtstier in der Außenwelt monatelang überleben und ansteckungsfähig bleiben.

Ziel aller Bekämpfungsmaßnahmen muss es daher sein, die Verseuchung der Umwelt mit Wurmeiern zu verhindern. Dazu müssen die im Darm des Hundes heranwachsenden Wurmweibchen abgetrieben werden, bevor sie mit der Eiablage beginnen können. Frühzeitige und regelmäßige Entwurmung der Hunde nach Plan ist die einzige praktikable Maßnahme zur wirksamen Reduzierung von Umweltverseuchung und Infektionsrisiko.

Entwurmungsstrategien

Entwurmung der Welpen bis zum Alter von 12 Wochen:

Die erste Behandlung der Welpen muss in der 2. Lebenswoche erfolgen, weil zu diesem Zeitpunkt die ersten mit der Muttermilch übertragenen Hakenwurm- und Spulwurmlarven und die schon vor der Geburt eingewanderten Spulwurmlarven im Welpendarm herangewachsen sind. Jetzt können sie von einem modernen Wurmmittel erfasst und abgetrieben werden, bevor sie die Geschlechtsreife erreichen und mit der Eiablage beginnen.
Da während der Säugeperiode von den Welpen täglich weitere Larven mit der Milch der Hündin aufgenommen werden, müssen regelmäßige, wöchentliche Entwurmungen der Welpen bis 2 - 3 Wochen nach dem Absetzen vorgenommen werden. Sollten danach noch vermehrt Ansteckungsmöglichkeiten bestehen, sind für die Zeit des erhöhten Infektionsrisikos die Entwurmungen in 14-tägigen Abständen fortzusetzen.

Entwurmung der Hunde ab der 13. Lebenswoche (außer säugender Hündin) und des erwachsenen Hundes:

Bei älteren Hunden kommt es infolge einsetzender Immunität bzw. Aufbau von Abwehrkräften nur noch seltener zu stärkerem Befall mit geschlechtsreifen Würmern.

Jeder erwachsene Hund sollte mindestens 1 x pro Jahr entwurmt werden. Der beste Zeitpunkt ist 1 - 2 Wochen vor der jährlich zu erfolgenden Impfauffrischung. Hat der Hund viele Würmer im Bauch, so ist der Impferfolg nur gering bis mittelmäßig. Ist er frisch entwurmt, dann kann man mit einem sicheren Impfschutz rechnen.

Hat man einen Hund, der gerne Kot von anderen Hund beleckt oder sogar aufnimmt, dann sollte man häufiger entwurmen. Mindestens alle 3 Monate ist eine breit angelegte Entwurmung fällig - hat er Würmer, so sind sie weg - hat er keine Würmer, so schadet die Entwurmung nicht.  Mein Tip: Nehmen Sie den Jahreszeitenwechsel Frühling - Sommer - Herbst - Winter als Gedächtsnisstütze!

Alternativ kann eine Kotprobe in der tierärztlichen Praxis labortechnisch untersucht werden - hat er Würmer muss eine Entwurmung erfolgen - hat er keine Würmer, kann man ihm die Entwurmung ersparen.

Entwurmung der säugenden Hündin:

Besondere Sorgfalt muss der Entwurmung der Hündin gelten. Diese stellt das große Infektionsreservoir für ihre Welpen dar. Um die Wahrscheinlichkeit einer Infektion möglichst gering zu halten, sind säugende Hündinnen von der 2. bis 10. Woche in 14-tägigen Abständen 5 mal zusammen mit ihren Welpen zu entwurmen. Mit dieser Entwurmungsfolge wird das Reinfektionsrisiko für Hündin und Welpen sowie die damit verbundene Eiablage und Umweltverseuchung nachhaltig eingeschränkt. Das besondere Infektionsrisiko für die Hündin besteht in Wurmlarven, die ursprünglich mit ihrer Milch in die Welpen gelangten, sich im Welpendarm aber nicht festsetzen konnten, wieder ausgeschieden wurden und von der Hündin beim Reinigen der Welpen aufgeleckt werden. Im Darm der Hündin setzen sich die Larven fest, werden geschlechtsreif und beginnen schon bald mit der Eiablage. Der verhängnisvolle Kreislauf ist geschlossen.
Außerhalb der Säugezeit reichen auch bei der Hündin, gute Hygiene vorausgesetzt, regelmäßige vierteljährliche Entwurmungen aus. In stark belegten Zwingern sind dagegen häufigere Entwurmungen in kürzeren Abständen notwendig.