Rundwurmbefall


Magen- und Darmwürmer sind Parasiten, die in einem Wirtstier und auf dessen Kosten leben. Sie schädigen es durch Verletzungen, Nährstoff- und Blutentzug sowie durch Stoffwechselgifte. Je nach Befallstärke und Wurmart einerseits, Alter, Gesundheitszustand und Widerstandskraft des Wirtes andererseits, können verringerter Impfschutz, Entwicklungsstörungen, Krankheiten und Todesfälle die Folge sein.

Spul und Hakenwürmer

sind die häufigsten und bedeutendster Parasiten bei Katzen. Die Ansteckung der Katzenwelpen erfolgt durch infektionsfähige Larven entweder in der Endphase der Trächtigkeit noch vor der Geburt im Mutterleib (Spulwurmlarven) oder nach der Geburt mit der Muttermilch (Haken- und Spulwurmlarven).

Da während der Säugeperiode von den Welpen täglich weitere Larven mit der Milch der Katzenmutter aufgenommen werden, müssen regelmäßige, wöchentliche Entwurmungen der Welpen bis 2-3 Wochen nach dem Absetzen vorgenommen werden. Sollten danach noch vermehrt Ansteckungsmöglichkeiten bestehen, sind für die Zeit des erhöhten Infektionsrisikos die Entwurmungen in 14-tägigen Abständen fortzusetzen.

Ebenfalls von Bedeutung sind Infektionen durch Auflecken von Spulwurmeiern oder Hakenwurmlarven aus der Umwelt bzw. aktives Einbohren von Hakenwurmlarven durch die gesunde Haut. Aus den Spulwurmeiern schlüpfen im Darm Larven, die sich durch die Darmwand hindurchbohren und während der Wanderung durch den Tierkörper ihre Entwicklung zu geschlechtsreifen Würmern fortsetzen.

Aufgeleckte Hakenwurmlarven entwickeln sich nach ihre Ansiedlung im Darm direkt zu geschlechtsreifen Würmern. Ein kleinerer Teil dieser Larven bohrt sich jedoch auch durch die Mundschleimhaut ein und beginnt so eine Körperwanderung, wodurch Organverletzungen und Gewebeschäden verursacht werden.

Während im Körper von erwachsenen Katzen wandernde Larven schließlich abgekapselt werden, gelangen die über die Haut in Welpen und Jungkatzen eingedrungenen Larven zum Abschluss ihrer Wanderung über die Lungen, die Luftröhre und Speiseröhre in den Magen-Darm-Trakt des Wirtstieres zurück.
In der Wanderphase befindliche Larven können durch eine Kotuntersuchung, die immer nur auf dem Nachweis von Wurmeiern beruht, selbstverständlich nicht nachgewiesen werden, da wandernde Wurmlarven noch nicht geschlechtsreif sind und daher auch noch keine Eier legen können.

Im Darm angelangte Larven wachsen jedoch in kurzer Zeit zur Geschlechtsreife heran, und die Weibchen beginnen mit der Eiablage. Hakenwurmweibchen können bis zu 20.000 Eier, Spulwurmweibchen sogar bis zu 200.000 Eier pro Tag legen, die mit dem Kot ins Freie gelangen. Diese riesige Zahl von Spulwurmeiern ist dort bis zu 2 Jahre lebensfähig. Auch Hakenwurmlarven können ohne Wirtstier in der Außenwelt monatelang überleben und ansteckungsfähig bleiben.

Werden Spulwurmeier bzw. Hakenwurmlarven von Katzen aufgenommen oder durchbohren Hakenwurmlarven aktiv die gesunde Haut von Katzen, so beginnt der Wurmkreislauf von neuem.

Gefährdung des Menschen

Nicht nur Katzen sind durch Rundwurmbefall gefährdet, sondern auch der Mensch. Die von der Katze ausgeschiedene ansteckungsfähige Larven werden vom Menschen, insbesondere von Kindern, die in engem Kontakt mit Katzen leben, aufgenommen.

Die Parasitenlarven vermögen zwar im "Fehlwirt Mensch" ihren Entwicklungszyklus nicht abzuschließen, die Wanderung durch den menschlichen Körper (Haut, Muskulatur, Organe) kann jedoch zu Gewebeschädigungen, unspezifischen Lungenentzündungen und Sehstörungen führen (Larva migrans).

Entwurmung

Ziel aller Bekämpfungsmaßnahmen muss es daher sein, die Verseuchung der Umwelt mit Wurmeiern zu verhindern. Dazu müssen die im Darm der Katze heranwachsenden Wurmweibchen abgetrieben werden, bevor sie mit der Eiablage beginnen können. Frühzeitige und regelmäßige Entwurmung der Katze nach Plan ist die einzige praktikable Maßnahme zur wirksamen Reduzierung von Umweltverseuchung und Infektionsrisiko.

Entwurmung der Katzenwelpen bis zum Alter von 12 Wochen:

Die erste Behandlung der Welpen muss in der 2. Lebenswoche erfolgen, weil zu diesem Zeitpunkt die ersten mit der Muttermilch übertragenen Hakenwurm- und Spulwurmlarven und die schon vor der Geburt eingewanderten Spulwurmlarven im Welpendarm herangewachsen sind. Jetzt können sie von einem modernen Wurmmittel erfasst und abgetrieben werden, bevor sie die Geschlechtsreife erreichen und mit der Eiablage beginnen.
Da während der Säugeperiode von den Welpen täglich weitere Larven mit der Milch der Kätzin aufgenommen werden, müssen regelmäßige, wöchentliche Entwurmungen der Welpen bis 2-3 Wochen nach dem Absetzen vorgenommen werden. Sollten danach noch vermehrt Ansteckungsmöglichkeiten bestehen, sind für die Zeit des erhöhten Infektionsrisikos die Entwurmungen in 4-tägigen Abständen fortzusetzen.

Entwurmung der Katze ab der 13. Lebenswoche (außer säugender Kätzin):

Bei älteren Katzen kommt es infolge einsetzender Immunität bzw. Aufbau von Abwehrkräften nur noch seltener zu stärkerem Befall mit geschlechtsreifen Würmern. Bei guter Hygiene reichen darum bei diesen Tieren im allgemeinen regelmäßige Entwurmungen in vierteljährlichen Abständen aus. Mein Tip: Nehmen Sie den Jahreszeitenwechsel Frühling - Sommer - Herbst - Winter als Gedächtsnisstütze!

Entwurmung der säugenden Kätzin:

Besondere Sorgfalt muss der Entwurmung der säugenden Kätzin gelten. Diese stellt das große Infektionsreservoir für ihre Welpen dar. Um die Wahrscheinlichkeit einer Infektion möglichst gering zu halten, sind säugende Kätzinnen von der 2. bis 10. Woche in 14-tägigen Abständen 5 mal zusammen mit ihren Welpen zu entwurmen. Mit dieser Entwurmungsfolge wird das Reinfektionsrisiko für Mutterkatze und Welpen sowie die damit verbundene Eiablage und Umweltverseuchung nachhaltig eingeschränkt. Das besondere Infektionsrisiko für die Kätzin besteht in Wurmlarven, die ursprünglich mit ihrer Milch in die Welpen gelangten, sich im Welpendarm aber nicht festsetzen konnten, wieder ausgeschieden wurden und von der Kätzin beim Reinigen der Welpen aufgeleckt werden. Im Darm der Kätzin setzen sich die Larven fest, werden geschlechtsreif und beginnen schon bald mit der Eiablage. Der verhängnisvolle Kreislauf ist geschlossen.


Außerhalb der Säugezeit reichen auch bei der Kätzin, gute Hygiene vorausgesetzt, regelmäßige vierteljährliche Entwurmungen aus.